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18.09.26

DUR-line SF 2460 Pro - Satfinder

Satellitenschüssel ausrichten: Schritt für Schritt mit Winkeltabelle

Eine Satellitenschüssel richten Sie selbst aus, und zwar in drei Etappen: Winkel für Ihren Standort ermitteln, die Schüssel grob einstellen, dann am Messgerät auf das Signalmaximum drehen. Mit den richtigen Zahlen und einem Sat-Finder ist das eine Arbeit für einen Nachmittag, nicht für einen Fachbetrieb. Diese Anleitung geht die Montage in der Reihenfolge durch, in der sie tatsächlich stattfindet, und enthält eine Winkeltabelle für 14 deutsche Städte.

Was Sie zum Ausrichten brauchen

  • Die drei Winkel für Ihre Adresse – Azimut, Elevation und LNB-Skew. Kostenlos und ohne Installation berechnet sie die SatFinder.app im Browser, für über 180 Satelliten
  • Einen Sat-Finder – er zeigt direkt an der Schüssel, wie viel Signal ankommt. Unsere Empfehlung ist der DUR-line SF 2460 Pro
  • Wasserwaage – für den lotrechten Mast, am besten eine kurze
  • Kompass oder Smartphone – für die Himmelsrichtung
  • Passende Maulschlüssel für Mastschelle, Elevationsverstellung und LNB-Halter
  • Den Receiver – er liefert über das Kabel die Spannung für LNB und Sat-Finder und macht zum Schluss den Sendersuchlauf

Schritt 1: Den Platz mit freier Sicht nach Süden wählen

Astra 19,2° Ost, der Satellit für das deutschsprachige Fernsehen, steht von Deutschland aus im Süden, leicht nach Osten versetzt, und flacher, als die meisten erwarten: zwischen rund 27 Grad in Kiel und 34 Grad in München. Alles, was in dieser Richtung höher ragt, nimmt der Schüssel die Sicht – Baumkronen, Nachbardächer, Gauben, Schornsteine.

Planen Sie mit dem belaubten Baum, nicht mit dem kahlen: Was im Winter frei ist, kann im Mai zugewachsen sein. Ob die Sichtlinie frei ist, prüfen Sie am schnellsten mit der AR-Kameraansicht der SatFinder.app: Sie halten das Handy an den geplanten Montageort und sehen den Satelliten live im Kamerabild. Die passende Halterung für Wand, Dach oder Balkon finden Sie unter Montage.

Schritt 2: Den Mast exakt lotrecht setzen

Der am häufigsten unterschätzte Schritt. Die Schüssel dreht sich beim Schwenken um den Mast – steht er schief, verändert jede Drehung auch die Neigung, und Sie suchen zwei Winkel gleichzeitig. Legen Sie die Wasserwaage an zwei um 90 Grad versetzten Seiten an den Mast und ziehen Sie die Halterung erst fest, wenn die Libelle in beiden Richtungen mittig steht. Danach noch einmal kontrollieren: Dübel und Schrauben setzen sich beim Anziehen.

Wie lang ein Wandhalter sein muss, damit die Schüssel frei vor der Wand schwenkt, steht im Ratgeber Satellitenschüssel-Wandhalter: die richtige Länge und Position finden.

Schritt 3: Die Winkel für Ihren Standort ermitteln

Drei Werte beschreiben die Ausrichtung vollständig:

  • Azimut – die Himmelsrichtung in Grad, von Nord (0°) über Ost (90°) nach Süd (180°)
  • Elevation – der Winkel über dem Horizont
  • LNB-Skew – die Drehung des LNB in seinem Halter, damit die Polarisation passt

Die Tabelle zeigt Azimut und Elevation für Astra 19,2° Ost und Hotbird 13° Ost, jeweils für die Stadtmitte und als geografischer Azimut:

StadtAstra 19,2° Ost
Azimut
Astra 19,2° Ost
Elevation
Hotbird 13° Ost
Azimut
Hotbird 13° Ost
Elevation
Kiel168,9°27,4°176,5°27,9°
Hamburg168,6°28,2°176,3°28,8°
Bremen167,1°28,6°174,8°29,2°
Berlin172,7°29,7°180,5°29,9°
Hannover168,1°29,5°175,9°30,0°
Leipzig171,3°30,9°179,2°31,2°
Düsseldorf164,2°30,2°172,0°31,1°
Dresden173,0°31,3°180,9°31,5°
Köln164,4°30,5°172,2°31,4°
Frankfurt am Main166,4°31,7°174,4°32,4°
Nürnberg169,4°32,7°177,5°33,3°
Stuttgart166,8°33,2°174,9°33,9°
München169,8°34,2°178,1°34,7°
Freiburg164,9°33,8°173,1°34,6°

Werte für Berlin, Hamburg, München und Köln laut SatFinder.app, die übrigen mit denselben Formeln berechnet.

Die Tabelle ist eine Orientierung für den Fangbereich. Für Ihre genaue Adresse rechnet die SatFinder.app alle drei Werte aus, auch den LNB-Skew – für Astra zum Beispiel 4,1° in Berlin, 6,0° in Hamburg, 6,9° in München und 9,0° in Köln. Den Standort holt die App per GPS, über die Adresssuche oder einen Kartenmarker.

Tipp zum Kompass: Die Tabellenwerte sind geografisch, eine Kompassnadel zeigt magnetisch Nord. In Mitteleuropa liegen zwischen beiden derzeit rund drei bis sechs Grad östliche Missweisung. Arbeiten Sie mit dem Kompass, ziehen Sie diesen Wert vom Azimut ab – oder lesen Sie den magnetischen Azimut direkt in der SatFinder.app ab, die beide Werte ausgibt. Warum das bei einer 80-cm-Schüssel entscheidet, erklärt die Anleitung zur Kompass-Missweisung.

Schritt 4: Die Elevation an der Gradskala einstellen

Stellen Sie zuerst die Neigung ein – sie ist der einzige der drei Werte, den Sie ohne Signal exakt treffen. Maßgeblich ist die Gradskala an der Halterung, nicht der Winkel der Spiegelfläche. Haushaltsschüsseln sind Offset-Antennen: Das LNB sitzt unten am Arm, der Spiegel steht deshalb deutlich steiler, als die Elevation vermuten lässt. Die Skala an der Halterung ist auf diesen Versatz bereits abgestimmt – bei 30 Grad Elevation stellen Sie dort also schlicht 30 ein, auch wenn der Spiegel dann fast senkrecht wirkt.

Schritt 5: Den Azimut grob einstellen

Lösen Sie die Mastschelle nur so weit, dass sich die Schüssel mit etwas Kraft drehen lässt, und bringen Sie sie auf den berechneten Azimut. Ein paar Grad Abweichung sind hier kein Problem – die letzte Genauigkeit holt das Messgerät im nächsten Schritt.

Eine Einschränkung gibt es dabei: Der Kompass im Handy misst direkt am Mast nicht mehr zuverlässig. Der Stahl von Mast und Halterung lenkt die Nadel ab, und zwar um 20 Grad und mehr. Das ist etwas anderes als die magnetische Missweisung, die sich für jeden Ort ausrechnen lässt – dieser Anteil lässt sich nicht berechnen, nur vermeiden. Peilen Sie den Azimut deshalb ein paar Schritte vom Mast entfernt und übertragen Sie die Richtung anschließend. Wer es genauer braucht, nimmt das kostenlose SunCompass.app: einmal die Kamera auf die Sonne richten, und die Nordrichtung steht ohne Magnetfeld fest.

Schritt 6: Mit dem Sat-Finder auf das Maximum drehen

Jetzt entscheidet sich, ob die Schüssel nur „irgendwie Bild“ hat oder auch bei Regen und Schnee sicher empfängt. Der Sat-Finder kommt oben an der Schüssel in die Leitung: der Anschluss „LNB“ zur Schüssel, „REC“ zum Receiver. Den Strom bezieht er über das Koaxialkabel aus der LNB-Spannung des Receivers – eine Batterie braucht er nicht.

  1. Receiver einschalten, damit am Kabel Spannung anliegt
  2. Empfindlichkeit am Drehrad so einstellen, dass die Anzeige im mittleren Bereich steht
  3. Schüssel langsam schwenken – etwa ein Grad alle zwei Sekunden. Steigt Anzeige und Ton, sind Sie auf dem richtigen Weg
  4. Am Maximum die Empfindlichkeit zurücknehmen und mit kleinen Bewegungen erneut die Spitze suchen, erst seitlich, dann in der Neigung

Der DUR-line SF 2460 Pro ist für genau diese Arbeit gebaut: Sein beleuchtetes Digital-Display bleibt auch in praller Sonne ablesbar, die Empfindlichkeit regeln Sie stufenlos am Drehrad, und der Messton meldet das Maximum, während Ihr Blick an der Schüssel bleibt. Vier LEDs zeigen zusätzlich, welche Empfangsebene der Receiver gerade abruft – Polarisation über 13 und 18 Volt, Band über 0 und 22 Kilohertz. Kompakt genug für Werkzeugkiste und Wohnmobil ist er auch.

Wer seine Schüssel nur einmal ausrichtet, kommt mit dem SF 2400 Pro mit beleuchteter Zeigerskala gut aus. Der SF 2500 Pro bietet Digital-Display und zwei zusätzliche Dämpfungstasten für große Spiegel.

Schritt 7: Den LNB-Skew einstellen

Drehen Sie das LNB in seinem Halter um den berechneten Skew-Wert. Er sorgt dafür, dass die Empfangssonden im LNB zur horizontalen und vertikalen Polarisation des Satelliten passen – das bringt die Reserve auf beiden Ebenen, die sich erst bei schlechtem Wetter bemerkbar macht. Drehrichtung und Wert für Ihren Standort zeigt die Anleitung LNB-Skew einstellen.

Schritt 8: Festziehen, nachmessen, Sender suchen

Ziehen Sie alle Schrauben über Kreuz fest und kontrollieren Sie den Pegel danach noch einmal – eine Schüssel verstellt sich beim Anziehen gern um genau das Grad, das Sie sich gerade erarbeitet haben. Den F-Stecker am LNB schützen Sie mit selbstverschweißendem Dichtband; viele LNBs bringen dafür eine ausziehbare Steckerabdeckung mit.

Zum Schluss starten Sie den Sendersuchlauf am Receiver. Welcher Satellit dafür einzustellen ist, steht in den Fragen am Ende.

Die Kurzfassung

  • Winkel für Ihre Adresse – kostenlos über die SatFinder.app
  • Mast lotrecht – Wasserwaage in zwei Richtungen
  • Elevation zuerst – an der Gradskala der Halterung
  • Feinausrichtung am Maximum – mit dem SF 2460 Pro
  • Skew, festziehen, nachmessen – dann der Sendersuchlauf

Sie planen die Anlage erst noch? Welche Größe und welches Material zu Ihrem Dach passen, steht in der Kaufberatung Welche Satellitenschüssel?. Wie Handy-App und Messgerät sich die Arbeit teilen, vertieft der Ratgeber Sat Finder App: Satellitenschüssel mit dem Handy ausrichten. Alle Spiegel finden Sie in der Kategorie Satellitenschüssel, Schüssel und LNB zusammen als Komplettset.

Häufige Fragen zum Ausrichten der Satellitenschüssel

Ja. Die Winkel für Ihren Standort berechnet die kostenlose SatFinder.app, und die Signalanzeige im Receiver-Menü zeigt, ob Signal ankommt. Weil diese Anzeige im Wohnzimmer steht und verzögert reagiert, brauchen Sie dafür eine zweite Person und etwas Geduld – die Anleitung Sat-Schüssel ausrichten ohne Messgerät beschreibt den Weg.

Allein und in wenigen Minuten geht es mit einem Sat-Finder direkt an der Schüssel. Unsere Empfehlung ist der DUR-line SF 2460 Pro mit beleuchtetem Digital-Display und Messton.

Für das deutschsprachige Fernsehen Astra 19,2° Ost – über ihn laufen ARD, ZDF, RTL, ProSieben und fast alle weiteren deutschen Programme. Bei den meisten Receivern ist er bereits voreingestellt.

Wer zusätzlich internationale Programme sehen möchte, stellt Hotbird 13° Ost dazu ein. Dafür braucht die Schüssel ein zweites LNB am Multifeed-Halter oder ein Monoblock-LNB, das beide Satelliten mit einem Gehäuse empfängt.

In den meisten Fällen genügt ein kurzer Check von fünf Punkten:

  • Freie Sicht – in Richtung Süden darf auf 27 bis 34 Grad Höhe nichts im Weg stehen, auch kein belaubter Baum
  • Mast im Lot – mit der Wasserwaage in zwei Richtungen nachmessen
  • Azimut magnetisch – wer mit dem Kompass arbeitet, zieht die Missweisung von drei bis sechs Grad ab
  • Elevation an der Skala – an der Halterung einstellen, nicht am Spiegelrand messen
  • Einkabel-LNB – an einem Unicable-LNB zum Einmessen den Legacy-Ausgang nutzen, dort verhält es sich wie ein Universal-LNB

Weitere Ursachen sammelt die Anleitung Kein Sat-Signal. Ob an der Schüssel überhaupt Signal ankommt, zeigt ein Sat-Finder wie der SF 2460 Pro direkt vor Ort.

Nur, wenn der Sturm sie verstellt hat – das zeigt sich, wenn einzelne Programme fehlen. Die Winkel für Ihren Standort bleiben dieselben: Mastschelle lösen, Elevation an der Gradskala prüfen und mit einem Sat-Finder erneut auf das Signalmaximum drehen. Mit dem SF 2460 Pro geht das allein, direkt an der Schüssel.

Damit die Schüssel an ihrem Platz bleibt, gehört sie an eine Halterung, die zur Windlast passt – eine 90-cm-Schüssel bringt bei 150 km/h 90 kg auf Mast und Halter. Stabile Halterungen finden Sie unter Montage.