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03.08.26

DUR-line +Ultra - LNB

Welches LNB brauche ich? Single, Twin, Quad, Quattro & Unicable im Vergleich

Vier Ausgänge hat das Quad-LNB, vier Ausgänge hat auch das Quattro-LNB – und trotzdem sind es zwei völlig verschiedene Geräte. Dieser Ratgeber bringt Sie in wenigen Minuten zur richtigen Bauform: Sie zählen Ihre Anschlüsse, lesen in der Tabelle ab, welches LNB dazugehört, und wissen am Ende auch, welche DUR-line Serie zu Ihrer Anlage passt. Wie Sie das LNB anschließen, einstellen und ausrichten, steht anschließend in unserem LNB-Ratgeber.

Welches LNB brauche ich? Die kurze Antwort

Die Bauform richtet sich nach der Anzahl der Anschlüsse, die versorgt werden sollen – nicht nach der Anzahl der Fernseher. Jeder Ausgang eines LNB bedient genau einen Receiver-Eingang. Suchen Sie in der folgenden Tabelle die Zeile, die zu Ihrer Anlage passt:

Ihre AnlagePassende BauformWarum
1 Receiver-EingangSingleEin Ausgang, ein Kabel – die schlankeste Lösung
2 Eingänge oder 1 Twin-Tuner-ReceiverTwinAufnehmen und gleichzeitig einen anderen Sender schauen
Bis zu 4 EingängeQuadVier Räume ganz ohne zusätzliche Verteiltechnik
Bis zu 8 EingängeOctoAcht Räume, spart den Multischalter und dessen Verkabelung
Mehr als 8 Eingänge, mit MultischalterQuattroLiefert dem Multischalter alle vier Empfangsebenen – die Teilnehmerzahl bestimmt dann der Multischalter
Viele Teilnehmer über eine vorhandene LeitungUnicableBis zu 24 Receiver teilen sich ein einziges Koaxialkabel
Zwei Satelliten mit einer SchüsselMonoblockAstra 19,2° Ost und Hotbird 13,0° Ost aus einer Antenne

Wie viele Anschlüsse brauchen Sie wirklich?

Zählen Sie Tuner, nicht Fernseher

Ein Punkt, der bei der Auswahl leicht übersehen wird: Ein Receiver mit Twin-Tuner belegt zwei LNB-Ausgänge, weil er zwei Programme gleichzeitig verarbeitet – eines zum Aufnehmen, eines zum Anschauen. Zwei solche Geräte im Haus sind also bereits vier Anschlüsse, und damit ein Quad-LNB.

Zählen Sie deshalb die Anschlussbuchsen auf der Rückseite Ihrer Receiver zusammen, nicht die Fernseher im Wohnzimmerschrank. Bei modernen Fernsehern mit eingebautem Sat-Tuner (DVB-S2) gilt dasselbe: Ein Gerät mit „Twin"-Kennzeichnung braucht zwei Leitungen.

Rechnen Sie eine Reserve ein

Ein LNB hängt an der Antenne und wird beim Nachrüsten selten ohne Leiter erreicht. Wer heute drei Anschlüsse braucht, greift deshalb sinnvollerweise gleich zum Quad und nicht zum Twin – der Aufpreis liegt im einstelligen Eurobereich, der zweite Aufstieg aufs Dach kostet einen Nachmittag. Dasselbe gilt für den Sprung von Quad auf Octo, wenn ein Ausbau des Dachgeschosses absehbar ist.

Die Bauformen im Vergleich

Single-LNB – ein Fernseher, ein Kabel

Ein Ausgang, ein Koaxialkabel, ein Receiver. Das Single-LNB ist die passende Wahl für die Ferienwohnung, das Gartenhaus, den Wohnwagen oder das Zweitgerät im Schlafzimmer. Es kann technisch genau dasselbe wie die größeren Bauformen – die Empfangsleistung hängt nicht an der Zahl der Ausgänge, sondern am Rauschmaß und an der Verstärkung. Beim DUR-line +Ultra Single sind das 0,1 dB Rauschmaß bei 75 mA Stromaufnahme.

Twin-LNB – zwei Anschlüsse für Aufnahme und Zweitgerät

Das Twin-LNB hat zwei voneinander unabhängige Ausgänge. Damit versorgen Sie entweder zwei Räume oder einen einzigen Twin-Tuner-Receiver, der aufnimmt und gleichzeitig ein anderes Programm zeigt. Das ist der klassische Fall für den Festplattenreceiver im Wohnzimmer, der die Sportschau mitschneidet, während schon der nächste Film läuft.

Quad-LNB – vier Räume ohne Verteiltechnik

Vier gleichwertige Ausgänge, an die Sie vier Receiver direkt anschließen. Kein Multischalter, kein Netzteil, keine zusätzliche Technik im Hausanschlussraum – vier Kabel von der Antenne in die Zimmer, fertig. Jeder Receiver fordert sich seine Empfangsebene selbst an, deshalb ist es gleichgültig, welches Kabel auf welchem Ausgang steckt.

Genau diese Unempfindlichkeit macht das Quad-LNB zur meistgewählten Bauform im Einfamilienhaus. Der DUR-line +Ultra Quad wurde dafür vom F.A.Z. Kaufkompass zum Testsieger gekürt – in Schwarz wie in Weiß.

Octo-LNB – acht Räume ohne Multischalter

Acht Ausgänge nach demselben Prinzip wie das Quad. Das Octo-LNB ist die Grenze dessen, was sich sinnvoll ohne Verteiltechnik lösen lässt: Sie sparen den Multischalter, dessen Stromversorgung und die Stammleitungen, brauchen dafür aber acht durchgehende Kabel von der Antenne bis in die Zimmer. In einem Neubau mit sternförmiger Verkabelung ist das die einfachste und günstigste Variante für acht Anschlüsse.

Quattro-LNB – die Basis der Multischalter-Anlage

Das Quattro-LNB sieht mit seinen vier Buchsen aus wie ein Quad, arbeitet aber grundlegend anders: Jeder seiner vier Ausgänge führt dauerhaft eine feste Empfangsebene – horizontal und vertikal, jeweils im unteren und im oberen Frequenzband. Alle vier liegen gleichzeitig an, ununterbrochen.

Das ist genau das, was ein Multischalter braucht: Er bekommt das komplette Programmangebot in einem Rutsch und verteilt daraus an jeden Teilnehmer das, was gerade angefordert wird. Damit fällt das Teilnehmerlimit weg – am Multischalter versorgen Sie 8, 16 oder 32 Geräte statt nur vier.

Ein Quad-LNB lässt sich am Multischalter ebenfalls betreiben, sofern dieser einen 22-kHz-Generator mitbringt und damit die Empfangsebenen selbst anfordert. Für eine neu geplante Anlage ist das Quattro trotzdem die günstigere Wahl, weil der Multischalter dann nichts erzeugen muss und weniger Strom zieht – die Zahlen dazu stehen weiter unten unter Quad oder Quattro.

Unicable-LNB – viele Teilnehmer über ein einziges Kabel

Das Unicable-LNB ist die Lösung für den Altbau: Bis zu 24 Receiver teilen sich eine einzige vorhandene Koaxialleitung. Jedes Gerät bekommt ein eigenes Frequenzband zugewiesen und holt sich darüber sein Programm. Neue Leitungen durch bewohnte Etagen zu ziehen entfällt damit vollständig.

Zwei Normen sind dabei zu unterscheiden: Unicable I (EN 50494) mit bis zu acht Bändern und Unicable II (EN 50607) mit bis zu 24. Welche Ihr Receiver beherrscht, steht in dessen Menü unter „Einkabel" oder „Unicable". Unsere Ausführungen:

  • DUR-line UK 1044 Unicable-Teilnehmer plus 3 Legacy-Ausgänge, also bis zu 7 Geräte. Die Legacy-Anschlüsse nehmen ganz normale Receiver auf, die kein Unicable können
  • DUR-line UK 124-3L8 Bänder nach Unicable I, 16 nach Unicable II und zusätzlich 3 Legacy-Ausgänge. Die flexibelste Ausführung für gemischte Gerätebestände
  • DUR-line UK 12424 Bänder, reine Einkabelausführung ohne Legacy. Für Anlagen, in denen jedes Gerät Unicable beherrscht
  • DUR-line MB6-UK Monoblock dCSSEinkabeltechnik und zwei Satelliten in einem Gerät: 24 Bänder für Astra 19,2° Ost und Hotbird 13,0° Ost über eine einzige Leitung

Der MB6-UK ist der Sonderfall, den viele übersehen: Wer die Einkabellösung und einen zweiten Satelliten möchte, braucht dafür weder zwei LNBs noch einen DiSEqC-Schalter. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Monoblock-LNB – zwei Satelliten mit einer Schüssel

Ein Monoblock-LNB vereint zwei LNBs in einem Gehäuse und empfängt damit Astra 19,2° Ost und Hotbird 13,0° Ost aus einer einzigen Antenne – ohne zweite Schüssel, ohne separaten DiSEqC-Schalter, ohne Drehanlage. Für türkische, italienische, arabische und osteuropäische Programme neben dem deutschen Angebot ist das die einfachste Lösung überhaupt.

Die Serie gibt es in denselben Bauformen wie ein normales LNB: MB6-US mit einem Anschluss, MB6-TW mit zwei, MB6-QS mit vier. Das MB6-UK bringt beide Satelliten sogar über einen einzigen Einkabelausgang an bis zu 24 Receiver – 24 Bänder von 1005 bis 2130 MHz, davon die Kanäle CH01 bis CH08 zusätzlich Unicable-I-kompatibel. Es vereint damit beide Sonderfälle aus diesem Ratgeber: Unicable und zwei Satelliten, in einem Gehäuse und auf einer Leitung.

Quad oder Quattro – wann welches LNB?

Das ist die mit Abstand häufigste Frage zur LNB-Auswahl, und die Verwechslung ist verständlich: Beide haben vier Ausgänge, beide sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Der Unterschied liegt darin, was hinter dem LNB kommt.

Quad-LNBQuattro-LNB
Gemacht fürden direkten Anschluss von bis zu 4 Receivernden Multischalter
Die vier Ausgängesind gleichwertig – jeder Receiver holt sich die Ebene selbstführen je eine feste Empfangsebene, dauerhaft und gleichzeitig
Maximale Teilnehmerzahl4unbegrenzt – bestimmt allein der Multischalter
Stärkeunempfindlich beim Verkabeln: Es ist gleichgültig, welches Kabel auf welchen Ausgang gehtspart Strom, weil der Multischalter nur verteilt und dem LNB nichts mitteilen muss
Typischer EinsatzEinfamilienhaus mit 3–4 TV-PunktenMehrfamilienhaus, Anlage ab 5 Teilnehmern

Warum spart der Quattro am Multischalter Strom?

Beim Quattro liegen alle vier Ebenen fest an. Der Multischalter greift sich einfach heraus, was der jeweilige Teilnehmer angefordert hat – mehr hat er nicht zu tun. Betreibt man dagegen ein Quad am Multischalter, muss der Schalter dem LNB bei jedem Umschalten selbst mitteilen, welche Ebene er gerade braucht. Dieses zusätzliche Steuersignal muss er erzeugen, und das kostet Energie.

Messbar wird das an der Stromaufnahme des Multischalters: Am DUR-line Blue ECO Multischalter sind es 43 mA im Betrieb mit einem Quattro-LNB gegenüber 53 mA in der Quad-Betriebsart. Über 8.760 Betriebsstunden im Jahr summiert sich das – und es ist der belastbare Grund, warum eine Multischalter-Anlage in der Regel mit einem Quattro geplant wird.

Welches LNB brauche ich für einen Multischalter?

Planen Sie eine neue Multischalter-Anlage mit einem Quattro-LNB. Es liefert die vier Empfangsebenen, die der Multischalter zum Verteilen benötigt, und macht die Anlage nach oben hin beliebig erweiterbar: Ob acht oder zweiunddreißig Teilnehmer daran hängen, entscheidet allein die Größe des Multischalters. Ein Quad-LNB ist die Alternative, wenn der Multischalter einen 22-kHz-Generator besitzt; er zieht dann 53 statt 43 mA.

Die passenden Geräte finden Sie in unserer Multischalter-Kategorie. Welche Größe zu wie vielen Teilnehmern gehört und wie die Eingänge belegt werden, erklärt der Multischalter-Ratgeber Schritt für Schritt.

Kann ich ein Quad-LNB an einen Multischalter anschließen?

Ja – vorausgesetzt, der Multischalter bringt einen 22-kHz-Generator mit und kann die Empfangsebenen damit selbst anfordern. Der oben beschriebene Mehrverbrauch von 53 statt 43 mA ist dabei der Preis. Für eine neu geplante Anlage ist das Quattro die richtige Wahl, weil es genau für diesen Zweck gebaut ist. Steht dagegen bereits ein Quad an der Antenne und soll die Anlage erweitert werden, lohnt der Blick ins Datenblatt des Multischalters, bevor ein neues LNB gekauft wird.

Welches LNB für HD, UHD und 4K?

Jedes aktuelle Universal-LNB überträgt HD, Full HD, UHD und 4K – die Auflösung ist keine Eigenschaft des LNB. Es setzt das Satellitensignal lediglich auf eine niedrigere Frequenz um; ob darin ein SD- oder ein 4K-Programm steckt, ist ihm gleichgültig. Entscheidend sind stattdessen zwei Werte:

  • Das Rauschmaß – je niedriger, desto mehr Signalreserve bleibt bei Regen und Schnee. Alle DUR-line LNBs der Serien +Ultra und Blue ECO liegen bei 0,1 dB
  • Ein integrierter LTE-Filter – Mobilfunk im 4G- und 5G-Netz sendet dicht neben dem Sat-Zwischenfrequenzbereich. Ein LNB ohne Filter lässt sich davon stören, eines mit Filter blendet den Bereich aus

Wer 4K empfangen will, braucht also kein Spezial-LNB, sondern ein sauber gebautes Universal-LNB und einen Receiver, der UHD verarbeitet. Wichtiger als jede Angabe auf der Verpackung ist bei 4K ein ausreichend großer Spiegel ab 80 cm, damit auch bei Starkregen genug Reserve bleibt.

+Ultra oder Blue ECO – welche DUR-line Serie passt?

Die Entscheidung hängt an einer einzigen Frage: Wie viele Stunden im Jahr läuft das LNB? Ein LNB an der Antenne wird nie abgeschaltet – es zieht Strom, solange die Anlage steht. Genau da trennen sich die beiden Serien:

  • Blue ECO Quattro: 120 mA statt 200 mA – das sind 40 Prozent weniger als beim +Ultra Quattro, bei 8.760 Betriebsstunden im Jahr und einer Laufzeit, die in Jahrzehnten gerechnet wird
  • Blue ECO Quad: 120 mA statt 130 mA – hier ist der Abstand klein, der Aufpreis lohnt vor allem wegen der jüngeren Auszeichnungen
  • Höhere Grundverstärkung – die Blue ECO setzt bei 54 dB an, die +Ultra bei 52 dB. Das ist die Reserve, die bei langen Kabelwegen und großen Verteilanlagen zählt

Die klare Empfehlung: Beim Quattro lohnt der Griff zur Blue ECO fast immer, weil sie dort dauerhaft 80 mA spart und der Quattro die Bauform ist, die in jeder Multischalter-Anlage rund um die Uhr arbeitet. Bei Single, Twin und Octo greifen Sie ruhig zur +Ultra – dort liegen die Werte gleichauf oder sprechen sogar für sie, und Sie bekommen den zweifach mit „sehr gut" bewerteten Klassiker zum günstigeren Preis.

Was beide Serien gemeinsam haben: 0,1 dB Rauschmaß, integrierter LTE-Filter und dieselben fünf Bauformen. Bei der Empfangsqualität machen Sie mit keiner der beiden etwas falsch.

+Ultra – ausgezeichnete Technik zum Preis der Masse

Unsere meistverkaufte Serie. Sie liefert Werte, die sonst deutlich teurere LNBs vorweisen, und hat das zweimal schriftlich: „sehr gut" bei DIGITAL FERNSEHEN (5.2017) und bei SATELLIT (3.2017), der Quad zusätzlich den Testsieg im F.A.Z. Kaufkompass. Alle fünf Bauformen tragen ein Wetterschutzgehäuse mit ausziehbarer Steckerabdeckung, das die Anschlüsse dauerhaft trocken hält. Zur +Ultra Serie.

Blue ECO – unsere beste Serie

Die Premiumserie im dunkelblauen Gehäuse mit weißer Feedkappe – unsere beste Serie und die jüngere der beiden: ausgezeichnet mit „sehr gut" (DIGITAL FERNSEHEN 4.2020) und dem Kauftipp von SAT Empfang (2/2020). Sie ist auf Dauerbetrieb ausgelegt: Quad und Quattro ziehen je 120 mA, das Octo 180 mA. Single und Twin sind mit wetterfesten Gummitüllen ausgeführt, Quad, Quattro und Octo mit Wetterschutzgehäuse. Zur Blue ECO Serie.

Bauform+UltraBlue ECO
Single75 mA
Twin110 mA
Quad130 mA120 mA
Quattro200 mA120 mA
Octo135 mA180 mA

Welches DUR-line LNB passt zu meiner Anlage?

Die Kurzfassung dieses Ratgebers, sortiert nach Anschlusszahl:

Alle Bauformen und beide Serien finden Sie in unserer LNB-Kategorie. Sie kommen direkt von uns als Hersteller – mit Ersatzteilversorgung und technischer Klärung aus erster Hand. Wenn Sie bei der Auswahl unsicher sind, nennen Sie uns die Zahl der Receiver-Eingänge und ob ein Multischalter im Haus sitzt; damit ist die Bauform eindeutig bestimmt.

Häufige Fragen zur LNB-Auswahl