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28.05.26

LNB Ratgeber: Funktion, Installation und Anschluss erklärt

Das LNB ist das Herzstück jeder Satellitenanlage – und gleichzeitig das am häufigsten missverstandene Bauteil. In diesem Ratgeber erklären wir als Hersteller Schritt für Schritt, wie ein LNB technisch funktioniert, wie Sie es an der Satellitenschüssel installieren und wie Sie es korrekt anschließen. So holen Sie das Maximum an Empfangsqualität aus Ihrer Anlage – egal ob Neuinstallation oder Austausch.

Was ist ein LNB und wie funktioniert es technisch?

LNB steht für Low Noise Block Converter, auf Deutsch etwa „rauscharmer Signalumsetzer". Es sitzt im Brennpunkt (Fokus) der Satellitenschüssel und übernimmt drei Aufgaben gleichzeitig: Es empfängt die extrem schwachen, vom Spiegel gebündelten Satellitensignale, verstärkt sie möglichst rauscharm und setzt sie auf eine niedrigere Frequenz um, die sich über ein normales Koaxialkabel zum Receiver transportieren lässt.

Wie wandelt ein LNB das Satellitensignal um?

Die Satelliten senden im sogenannten Ku-Band in einem Frequenzbereich von etwa 10,7 bis 12,75 GHz. Solch hohe Frequenzen würden in einem Koaxialkabel nach wenigen Metern fast vollständig verloren gehen. Deshalb mischt das LNB das empfangene Signal mit der Frequenz eines internen Oszillators (LOF – Lokale Oszillator-Frequenz) herunter in die sogenannte Sat-ZF (Zwischenfrequenz) von 950 bis 2150 MHz. Diese Frequenz übersteht auch längere Kabelwege problemlos und kann vom Receiver verarbeitet werden.

Weil das Ku-Band sehr breit ist, arbeitet ein Universal-LNB mit zwei Oszillatorfrequenzen: 9,75 GHz für das untere Frequenzband (Low-Band) und 10,6 GHz für das obere (High-Band). Welches Band aktiv ist, steuert der Receiver – dazu gleich mehr.

Was bedeutet Polarisation, und wie steuert der Receiver das LNB?

Satellitensignale werden in zwei Polarisationsebenen ausgestrahlt – horizontal und vertikal. Ein LNB kann immer nur eine Ebene gleichzeitig empfangen. Die Umschaltung erfolgt nicht über ein zusätzliches Kabel, sondern elegant über die Versorgungsspannung, die der Receiver durch dasselbe Koaxialkabel schickt:

  • 14 Volt → vertikale Polarisation
  • 18 Volt → horizontale Polarisation
  • 22 kHz-Signal an → High-Band
  • 22 kHz-Signal aus → Low-Band

Aus der Kombination dieser vier Zustände kann das LNB jede der vier Empfangsebenen bereitstellen. Genau diese Steuerung ist auch der Grund, warum ein Quattro-LNB (vier feste Ausgänge für einen Multischalter) und ein Quad-LNB (vier unabhängig schaltbare Ausgänge für vier Receiver) technisch unterschiedlich funktionieren.

Was sagt das Rauschmaß über die Qualität aus?

Das Rauschmaß (angegeben in dB) beschreibt, wie viel Eigenrauschen das LNB dem Signal hinzufügt. Je niedriger der Wert, desto sauberer das Signal – besonders wichtig bei kleineren Schüsseln oder schlechtem Wetter. Hochwertige LNBs wie die DUR-line +Ultra Serie erreichen sehr niedrige Rauschwerte und verfügen zusätzlich über einen integrierten LTE-Filter, der Störungen durch Mobilfunk im benachbarten Frequenzbereich unterdrückt. Die +Ultra Serie wurde dafür zweimal mit „Sehr gut" ausgezeichnet und vom F.A.Z. Kaufkompass als Testsieger bewertet.

Warum ist ein LTE-Filter im LNB wichtig?

Der Mobilfunk (LTE/4G und 5G) nutzt Frequenzbereiche, die nah an der Sat-Zwischenfrequenz liegen, mit der das LNB arbeitet. Befindet sich ein Mobilfunksender in der Nähe, können dessen starke Signale in das LNB und das Koaxialkabel einstreuen und den Satellitenempfang stören – typische Folgen sind Bildaussetzer oder Klötzchenbildung, oft bei ansonsten gutem Wetter. Ein integrierter LTE-Filter arbeitet als Sperrfilter und blockt diese Störfrequenzen, bevor sie den Empfang beeinträchtigen. Gerade in dicht besiedelten Gebieten mit vielen Mobilfunkmasten ist das ein spürbarer Qualitätsvorteil. Alle LNBs der DUR-line +Ultra Serie verfügen serienmäßig über einen solchen LTE-Filter.

Welches Werkzeug und Material brauche ich für die Installation?

Für die Montage und den Anschluss eines LNB benötigen Sie nur wenige Dinge:

  • Koaxialkabel mit ausreichender Schirmung (Klasse A empfohlen)
  • F-Stecker passend zum Kabeldurchmesser
  • Abisolierzange oder ein scharfes Messer
  • Maulschlüssel oder Gabelschlüssel für die LNB-Halterung
  • einen Sat-Finder oder eine Einmess-App für die Feinausrichtung
  • Wetterschutz-Tülle oder selbstverschweißendes Band für die Anschlussstelle

Wie installiere ich ein LNB an der Satellitenschüssel?

Wie setze ich das LNB in die Halterung ein?

Das LNB wird in die LNB-Halterung am Ende des Feedarms geschoben. Die meisten Ku-Band-LNBs haben einen genormten Halsdurchmesser von etwa 40 mm, sodass sie in nahezu jede handelsübliche Halterung passen. Achten Sie darauf, dass das LNB vollständig und gerade in der Klemmschelle sitzt, bevor Sie sie festziehen – ein verkantetes LNB kostet Empfangsleistung.

Was ist der Skew-Winkel, und wie stelle ich ihn ein?

Der Skew ist die Drehung des LNB um die eigene Achse. Da die Polarisationsebenen je nach Standort leicht geneigt zur Schüssel ankommen, muss das LNB minimal verdreht werden, um Horizontal und Vertikal sauber zu trennen. In Deutschland ist die Abweichung beim Empfang von Astra 19,2° Ost gering – das LNB steht meist nahezu senkrecht. Für die Feinjustierung lösen Sie die Klemmschelle leicht und drehen das LNB in kleinen Schritten, bis der Empfangswert am Receiver oder Sat-Finder optimal ist.

Wie schließe ich das LNB richtig an?

Wie konfektioniere ich das Koaxialkabel mit F-Stecker?

Ein sauber montierter F-Stecker ist die häufigste Fehlerquelle bei Empfangsproblemen. Gehen Sie so vor:

  1. Den äußeren Kabelmantel auf etwa 8–10 mm abisolieren, ohne die Abschirmung zu beschädigen.
  2. Das Abschirmgeflecht nach hinten über den Mantel umschlagen.
  3. Den inneren Dielektrikum-Mantel so weit entfernen, dass etwa 2–3 mm des Innenleiters frei stehen.
  4. Den F-Stecker fest aufdrehen, bis das Dielektrikum bündig mit der Steckerkante abschließt.
  5. Den Innenleiter auf Steckerlänge kürzen – er sollte nicht überstehen.

Achten Sie darauf, dass kein einziges Drähtchen der Abschirmung den Innenleiter berührt – ein solcher Kurzschluss legt den Empfang komplett lahm. Die Verbindung am LNB anschließend mit einer Wetterschutz-Tülle gegen eindringende Feuchtigkeit schützen.

Warum sind Erdung und Potentialausgleich wichtig?

Eine Außenantenne muss in den Potentialausgleich der Gebäudeinstallation einbezogen werden – das schreiben die einschlägigen Normen (DIN EN 60728-11 / VDE-Bestimmungen) vor. Der Potentialausgleich schützt vor Schäden durch statische Aufladung und elektrische Spannungen. Befindet sich die Anlage an exponierter Stelle, kann zusätzlich ein Blitzschutz erforderlich sein. Da hier Sicherheits- und Haftungsfragen berührt werden, sollten Erdung und Blitzschutz im Zweifel von einer Elektrofachkraft ausgeführt oder geprüft werden.

Wie richte ich die Anlage nach dem Anschluss final aus?

Sind LNB und Kabel montiert, wird die Schüssel auf den Satelliten ausgerichtet. Stellen Sie zunächst grob den Elevationswinkel (Neigung nach oben/unten) und den Azimut (Drehung nach links/rechts) ein. Verbinden Sie dann einen Sat-Finder oder nutzen Sie eine Einmess-App und unseren DUR-line Sat-Finder, um die Schüssel langsam zu schwenken, bis der Pegel maximal ist. Erst danach ziehen Sie alle Schrauben fest und korrigieren gegebenenfalls den Skew des LNB für die letzten Prozentpunkte Signalqualität.

Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Das beste LNB nützt nichts, wenn die Schüssel sich im Wind bewegt. Eine stabile, sturmsichere Montage ist die Grundvoraussetzung für dauerhaft guten Empfang – mehr dazu in unseren Dachsparrenhalter für die sichere Befestigung am Dach.

Welches DUR-line LNB passt zu meiner Anlage?

Welches LNB Sie benötigen, hängt von der Anzahl der Receiver und der Anlagenart ab:

  • Ein Receiver: Single-LNB
  • Mehrere Receiver direkt: Twin (2), Quad (4) oder Octo (8) – z. B. aus der +Ultra Serie
  • Verteilanlage mit Multischalter: Quattro-LNB
  • Viele Teilnehmer über ein Kabel: Unicable-LNB
  • Zwei Satelliten gleichzeitig (z. B. Astra + Hotbird): Monoblock-LNB
  • Besonders stromsparend: Blue ECO Serie

Eine vollständige Übersicht aller Modelle mit Vergleich und Beratung finden Sie in unserer LNB-Kategorie. Als Hersteller stehen wir Ihnen bei Fragen zur Auswahl jederzeit zur Seite.