Das LNB ist das Herzstück jeder Satellitenanlage – und gleichzeitig das am häufigsten missverstandene Bauteil. In diesem Ratgeber erklären wir als Hersteller Schritt für Schritt, wie ein LNB technisch funktioniert, welche Frequenzen und Einstellungen für Astra 19,2° Ost gelten, wie Sie es an der Satellitenschüssel installieren und wie Sie es korrekt anschließen. So holen Sie das Maximum an Empfangsqualität aus Ihrer Anlage – egal ob Neuinstallation oder Austausch.
Was ist ein LNB? Die kurze Antwort
LNB ist die Abkürzung für „Low Noise Block Converter" – auf Deutsch „rauscharmer Signalumsetzer". Das LNB sitzt im Brennpunkt der Satellitenschüssel, empfängt die gebündelten Satellitensignale im Ku-Band (10,7–12,75 GHz), verstärkt sie rauscharm und setzt sie auf die Sat-Zwischenfrequenz von 950–2.150 MHz herunter. Erst dadurch lassen sich die Signale über ein normales Koaxialkabel zum Receiver übertragen.
Wie funktioniert ein LNB technisch?
Wie wandelt ein LNB das Satellitensignal um?
Die Satelliten senden im sogenannten Ku-Band in einem Frequenzbereich von etwa 10,7 bis 12,75 GHz. Solch hohe Frequenzen würden in einem Koaxialkabel nach wenigen Metern fast vollständig verloren gehen. Deshalb mischt das LNB das empfangene Signal mit der Frequenz eines internen Oszillators (LOF – Lokale Oszillator-Frequenz) herunter in die sogenannte Sat-ZF (Zwischenfrequenz) von 950 bis 2150 MHz. Diese Frequenz übersteht auch längere Kabelwege problemlos und kann vom Receiver verarbeitet werden.
Weil das Ku-Band sehr breit ist, arbeitet ein Universal-LNB mit zwei Oszillatorfrequenzen: 9,75 GHz für das untere Frequenzband (Low-Band) und 10,6 GHz für das obere (High-Band). Welches Band aktiv ist, steuert der Receiver – dazu gleich mehr.
Was bedeutet Polarisation, und wie steuert der Receiver das LNB?
Satellitensignale werden in zwei Polarisationsebenen ausgestrahlt – horizontal und vertikal. Ein LNB kann immer nur eine Ebene gleichzeitig empfangen. Die Umschaltung erfolgt nicht über ein zusätzliches Kabel, sondern elegant über die Versorgungsspannung, die der Receiver durch dasselbe Koaxialkabel schickt:
- 14 Volt → vertikale Polarisation
- 18 Volt → horizontale Polarisation
- 22 kHz-Signal an → High-Band
- 22 kHz-Signal aus → Low-Band
Aus der Kombination dieser vier Zustände kann das LNB jede der vier Empfangsebenen bereitstellen. Genau diese Steuerung ist auch der Grund, warum ein Quattro-LNB (vier feste Ausgänge für einen Multischalter) und ein Quad-LNB (vier unabhängig schaltbare Ausgänge für vier Receiver) technisch unterschiedlich funktionieren. Die Unterschiede erklären wir ausführlich in unserer FAQ: Was ist der Unterschied zwischen Quad- und Quattro-LNB?
Was sagt das Rauschmaß über die Qualität aus?
Das Rauschmaß (angegeben in dB) beschreibt, wie viel Eigenrauschen das LNB dem Signal hinzufügt. Je niedriger der Wert, desto sauberer das Signal – besonders wichtig bei kleineren Schüsseln oder schlechtem Wetter. Hochwertige LNBs wie die DUR-line +Ultra Serie erreichen sehr niedrige Rauschwerte und verfügen zusätzlich über einen integrierten LTE-Filter, der Störungen durch Mobilfunk im benachbarten Frequenzbereich unterdrückt. Die +Ultra Serie wurde dafür zweimal mit „Sehr gut" ausgezeichnet und vom F.A.Z. Kaufkompass als Testsieger bewertet.
Warum ist ein LTE-Filter im LNB wichtig?
Der Mobilfunk (LTE/4G und 5G) nutzt Frequenzbereiche, die nah an der Sat-Zwischenfrequenz liegen, mit der das LNB arbeitet. Befindet sich ein Mobilfunksender in der Nähe, können dessen starke Signale in das LNB und das Koaxialkabel einstreuen und den Satellitenempfang stören – typische Folgen sind Bildaussetzer oder Klötzchenbildung, oft bei ansonsten gutem Wetter. Ein integrierter LTE-Filter arbeitet als Sperrfilter und blockt diese Störfrequenzen, bevor sie den Empfang beeinträchtigen. Gerade in dicht besiedelten Gebieten mit vielen Mobilfunkmasten ist das ein spürbarer Qualitätsvorteil. Alle LNBs der DUR-line +Ultra Serie verfügen serienmäßig über einen solchen LTE-Filter.
LNB-Frequenz und LNB-Einstellungen für Astra 19,2° Ost
Die meisten Empfangsprobleme nach einer Neuinstallation gehen nicht auf ein defektes LNB zurück, sondern auf falsch eingetragene Werte im Receiver. Für ein Universal-LNB auf Astra 19,2° Ost – also die Standardkonstellation in Deutschland, Österreich und der Schweiz – gelten diese Einstellungen:
| Einstellung | Wert |
| LNB-Typ | Universal (Ku-Band) |
| LOF Low-Band (untere Oszillatorfrequenz) | 9.750 MHz (9,75 GHz) |
| LOF High-Band (obere Oszillatorfrequenz) | 10.600 MHz (10,6 GHz) |
| Umschaltfrequenz Low/High | 11.700 MHz |
| 22-kHz-Signal | Auto (aus = Low-Band, an = High-Band) |
| Empfangsbereich Ku-Band | 10,7–12,75 GHz |
| Sat-Zwischenfrequenz (zum Receiver) | 950–2.150 MHz |
| LNB-Speisespannung | 14 V (vertikal) / 18 V (horizontal) |
| DiSEqC | Aus (nur bei mehreren Satelliten nötig) |
Welche LNB-Frequenz gilt für Astra 19,2° Ost?
Für Astra 19,2° Ost gelten die Standardwerte eines Universal-LNB: 9.750 MHz für das Low-Band und 10.600 MHz für das High-Band. Diese Werte sind nicht satellitenspezifisch, sondern eine Eigenschaft des LNB – sie gelten damit gleichermaßen für Hotbird 13° Ost oder Astra 23,5° Ost, solange ein Universal-LNB im Ku-Band verwendet wird. Ausnahmen sind Spezialtypen wie Unicable-/SatCR-LNBs, bei denen zusätzlich feste Nutzerbänder vergeben werden.
Welche Werte gelten für HD-Sender?
HD-Sender benötigen keine anderen LNB-Frequenzen. Die meisten deutschen HD-Programme liegen allerdings im High-Band, das der Receiver über das 22-kHz-Signal aktiviert. Fehlt dieses Signal – etwa weil es im Menü fest auf „Aus" steht statt auf „Auto" –, empfangen Sie die SD-Sender im Low-Band problemlos, während die HD-Programme fehlen. Genau dieses Muster ist ein typischer Hinweis auf eine falsche 22-kHz-Einstellung und nicht auf einen Defekt.
Wie stelle ich die LNB-Frequenz am Receiver ein?
- Im Receiver-Menü zu Installation bzw. Antenneneinstellungen wechseln.
- Als Satellit Astra 1 19,2° Ost auswählen.
- Beim LNB-Typ Universal wählen – damit werden 9.750 / 10.600 MHz meist automatisch gesetzt.
- Falls die Werte manuell einzutragen sind: LOF Low = 9750, LOF High = 10600.
- Das 22-kHz-Signal auf Auto stellen.
- Mit einem Testtransponder prüfen, zum Beispiel Das Erste HD: 11.494 MHz, horizontal, Symbolrate 22.000. Zeigen Signalstärke und Signalqualität hohe Werte, stimmen die Einstellungen.
- Abschließend einen Sendersuchlauf starten.
Woran erkenne ich eine falsch eingestellte LNB-Frequenz?
Typische Symptome sind: gar kein Signal trotz korrekt ausgerichteter Schüssel, nur ein Teil der Sender wird gefunden, oder Signalstärke ist vorhanden, die Signalqualität liegt aber bei null. Kommt trotz richtiger Werte kein Empfang zustande, prüfen Sie als Nächstes die Ausrichtung und den F-Stecker – und erst danach das LNB selbst. Woran Sie einen echten Defekt erkennen, lesen Sie hier: Wie kann ich feststellen, ob der LNB defekt ist?
Welche LNB-Typen gibt es?
LNBs unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der Ausgänge und damit in der Frage, wie viele Receiver Sie versorgen können:
| LNB-Typ | Ausgänge | Geeignet für |
| Single | 1 | Ein Receiver |
| Twin | 2 | Zwei Receiver direkt |
| Quad | 4 | Vier Receiver direkt – nicht für Multischalter |
| Octo | 8 | Acht Receiver direkt |
| Quattro | 4 feste Ebenen | Ausschließlich für Multischalter-Anlagen |
| Unicable / SatCR | 1 (Mehrfachnutzung) | Viele Teilnehmer über ein einziges Kabel |
| Monoblock | je nach Modell | Zwei Satelliten gleichzeitig, z. B. Astra + Hotbird |
Die häufigste Verwechslung betrifft Quad und Quattro: Ein Quad-LNB versorgt vier Receiver direkt, ein Quattro-LNB liefert die vier Empfangsebenen fest an einen Multischalter. An einen Multischalter gehört immer ein Quattro-LNB.
Welches Werkzeug und Material brauche ich für die Installation?
Für die Montage und den Anschluss eines LNB benötigen Sie nur wenige Dinge:
- Koaxialkabel mit ausreichender Schirmung (Klasse A empfohlen)
- F-Stecker passend zum Kabeldurchmesser
- Abisolierzange oder ein scharfes Messer
- Maulschlüssel oder Gabelschlüssel für die LNB-Halterung
- einen Sat-Finder oder eine Einmess-App für die Feinausrichtung
- Wetterschutz-Tülle oder selbstverschweißendes Band für die Anschlussstelle
Wie installiere ich ein LNB an der Satellitenschüssel?
Wie setze ich das LNB in die Halterung ein?
Das LNB wird in die LNB-Halterung am Ende des Feedarms geschoben. Die meisten Ku-Band-LNBs haben einen genormten Halsdurchmesser von etwa 40 mm, sodass sie in nahezu jede handelsübliche Halterung passen. Achten Sie darauf, dass das LNB vollständig und gerade in der Klemmschelle sitzt, bevor Sie sie festziehen – ein verkantetes LNB kostet Empfangsleistung.
Passt jedes LNB auf jede Satellitenschüssel?
In der Praxis fast immer: Durch den genormten Halsdurchmesser von 40 mm lässt sich ein Universal-LNB auf nahezu jeder Schüssel montieren, unabhängig vom Hersteller des Spiegels. Entscheidend ist nicht die Passform, sondern die Auswahl des richtigen Typs (Single, Twin, Quad, Octo, Quattro oder Unicable) für Ihre Anlage. Bei sehr kleinen Schüsseln lohnt zusätzlich der Blick auf ein niedriges Rauschmaß.
Wie tausche ich ein defektes LNB aus?
Trennen Sie zuerst den Receiver vom Strom – am LNB liegt über das Koaxialkabel Speisespannung an. Lösen Sie dann die F-Stecker, öffnen Sie die Klemmschelle und ziehen Sie das alte LNB heraus. Beim Einsetzen des neuen LNB markieren Sie sich am besten vorher die Drehstellung (Skew) des alten Geräts, dann müssen Sie diese nicht neu ermitteln. Die Schüssel selbst muss beim reinen LNB-Tausch nicht neu ausgerichtet werden.
Was ist der Skew-Winkel, und wie stelle ich ihn ein?
Der Skew ist die Drehung des LNB um die eigene Achse. Da die Polarisationsebenen je nach Standort leicht geneigt zur Schüssel ankommen, muss das LNB minimal verdreht werden, um Horizontal und Vertikal sauber zu trennen. In Deutschland ist die Abweichung beim Empfang von Astra 19,2° Ost gering – das LNB steht meist nahezu senkrecht. Für die Feinjustierung lösen Sie die Klemmschelle leicht und drehen das LNB in kleinen Schritten, bis der Empfangswert am Receiver oder Sat-Finder optimal ist.
Wie schließe ich das LNB richtig an?
Wie konfektioniere ich das Koaxialkabel mit F-Stecker?
Ein sauber montierter F-Stecker ist die häufigste Fehlerquelle bei Empfangsproblemen. Gehen Sie so vor:
- Den äußeren Kabelmantel auf etwa 8–10 mm abisolieren, ohne die Abschirmung zu beschädigen.
- Das Abschirmgeflecht nach hinten über den Mantel umschlagen.
- Den inneren Dielektrikum-Mantel so weit entfernen, dass etwa 2–3 mm des Innenleiters frei stehen.
- Den F-Stecker fest aufdrehen, bis das Dielektrikum bündig mit der Steckerkante abschließt.
- Den Innenleiter auf Steckerlänge kürzen – er sollte nicht überstehen.
Achten Sie darauf, dass kein einziges Drähtchen der Abschirmung den Innenleiter berührt – ein solcher Kurzschluss legt den Empfang komplett lahm. Die Verbindung am LNB anschließend mit einer Wetterschutz-Tülle gegen eindringende Feuchtigkeit schützen.
Warum sind Erdung und Potentialausgleich wichtig?
Eine Außenantenne muss in den Potentialausgleich der Gebäudeinstallation einbezogen werden – das schreiben die einschlägigen Normen (DIN EN 60728-11 / VDE-Bestimmungen) vor. Der Potentialausgleich schützt vor Schäden durch statische Aufladung und elektrische Spannungen. Befindet sich die Anlage an exponierter Stelle, kann zusätzlich ein Blitzschutz erforderlich sein. Da hier Sicherheits- und Haftungsfragen berührt werden, sollten Erdung und Blitzschutz im Zweifel von einer Elektrofachkraft ausgeführt oder geprüft werden.
Wie richte ich die Anlage nach dem Anschluss final aus?
Sind LNB und Kabel montiert, wird die Schüssel auf den Satelliten ausgerichtet. Stellen Sie zunächst grob den Elevationswinkel (Neigung nach oben/unten) und den Azimut (Drehung nach links/rechts) ein. Verbinden Sie dann einen Sat-Finder oder nutzen Sie eine Einmess-App und unseren DUR-line Sat-Finder, um die Schüssel langsam zu schwenken, bis der Pegel maximal ist. Erst danach ziehen Sie alle Schrauben fest und korrigieren gegebenenfalls den Skew des LNB für die letzten Prozentpunkte Signalqualität.
Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Das beste LNB nützt nichts, wenn die Schüssel sich im Wind bewegt. Eine stabile, sturmsichere Montage ist die Grundvoraussetzung für dauerhaft guten Empfang – mehr dazu in unseren Dachsparrenhalter für die sichere Befestigung am Dach.
Welches DUR-line LNB passt zu meiner Anlage?
Welches LNB Sie benötigen, hängt von der Anzahl der Receiver und der Anlagenart ab:
- Ein Receiver: Single-LNB
- Mehrere Receiver direkt: Twin (2), Quad (4) oder Octo (8) – z. B. aus der +Ultra Serie
- Verteilanlage mit Multischalter: Quattro-LNB
- Viele Teilnehmer über ein Kabel: Unicable-LNB
- Zwei Satelliten gleichzeitig (z. B. Astra + Hotbird): Monoblock-LNB
- Besonders stromsparend: Blue ECO Serie
Eine vollständige Übersicht aller Modelle mit Vergleich und Beratung finden Sie in unserer LNB-Kategorie. Als Hersteller stehen wir Ihnen bei Fragen zur Auswahl jederzeit zur Seite.
Häufige Fragen zum LNB
Wofür steht die Abkürzung LNB?
LNB steht für Low Noise Block Converter, im Deutschen „rauscharmer Signalumsetzer". Der Name beschreibt genau die beiden Kernaufgaben: das Signal möglichst rauscharm verstärken und einen kompletten Frequenzblock auf eine niedrigere Frequenz umsetzen.
Welche LNB-Frequenz brauche ich in Deutschland?
In Deutschland empfangen nahezu alle Haushalte über Astra 19,2° Ost mit einem Universal-LNB. Die Frequenzen lauten 9.750 MHz für das Low-Band und 10.600 MHz für das High-Band.
Wie viele Receiver kann ich an ein LNB anschließen?
So viele, wie das LNB Ausgänge hat: Single 1, Twin 2, Quad 4, Octo 8. Werden mehr Teilnehmer benötigt, kommt entweder ein Quattro-LNB mit Multischalter oder ein Unicable-LNB zum Einsatz.
Verbraucht ein LNB Strom?
Ja – das LNB wird über die Speisespannung des Receivers durch das Koaxialkabel versorgt (14 V bzw. 18 V). Da diese Versorgung dauerhaft anliegt, wenn der Receiver aktiv ist, macht sich ein sparsames Modell wie die Blue ECO Serie über die Jahre in der Stromrechnung bemerkbar.
Kann ich ein LNB selbst tauschen?
Ja, der Tausch ist mit wenigen Handgriffen erledigt und erfordert keine Neuausrichtung der Schüssel. Voraussetzung ist ein sicherer Zugang zur Antenne – Arbeiten am Dach oder in großer Höhe sollten Sie im Zweifel einer Fachkraft überlassen.
